Unser Antrag: Essbare Stadt

Bei uns in Langerwehe gibt es schon Bestrebungen zur naturnäheren und vielfältigeren Gestaltung des öffentlichen Grüns (Blühwiesen, Wildstaudenbeete). Die Gestaltung des Jakobusgartens durch LUNA, BUND und NBL ist bereits ein gutes Beispiel für einen Bürgergarten. Große Teile unserer öffentlichen Grünflächen bestehen aber noch aus Rasenflächen, Bodendeckern und ungenutzten Baumscheiben oder Bäumen ohne essbare Früchte.

Unter „Essbare Stadt“ versteht man die Entwicklung einer lebendigen und produktiven Stadt- oder Gemeindelandschaft im Kontext von „Urban Gardening“. Es wird je nach Eignung der Fläche der Anbau von Hecken (z. B. Himbeere, Stachelbeere), Obstbäumen oder Gemüse und Kräutern angestrebt. Jede und jeder darf die Früchte ernten. So wird eine gewisse Selbstversorgung der Bürger*innen ermöglicht und eine gesündere Lebensweise gefördert. Die Bepflanzung hat viele Vorteile. Die Bürger*innen haben nicht nur die Möglichkeit, sich kostenlos am Gemüse auf den öffentlichen Flächen zu bedienen, sondern aus eigener Initiative Gemüse selber anzupflanzen und zu pflegen. Nicht jede hat einen eigenen Garten.

Durch die gemeinsame Arbeit und Pflege der Pflanzen können soziale Strukturen wachsen, die das Zusammenleben bereichern. Dadurch entsteht ein stärkeres Bewusstsein für die Natur, eine erhöhte Lebensqualität und eine verstärkte Identifikation mit der Gemeinde. Auch sind generationsübergreifende Projekte z.B. zwischen Seniorenheimen und Schulen und Kitas denkbar.

Mit dem Konzept “Essbare Stadt” würden die Bürger*innen in Langerwehe für die gemeindlichen Grünflächen sensibilisiert und in die Nutzung und Pflege mit  eingebunden.
Die Stadt Andernach hat es vorgemacht und pflanzt Erdbeeren, Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Kürbisse, Karotten an. Es gibt viele essbare Pflanzen, die sich für eine Bepflanzung auch auf kleinem Raum eignen. Die “Essbare Stadt” bietet die Möglichkeit, zu einem gesamtstädtischen Konzept zu kommen, das Menschen jeden Alters und aus allen Bevölkerungsschichten anspricht und mitnimmt. Mittlerweile haben sich in Deutschland weit über 100 Städte und Gemeinden dem Konzept angeschlossen, u.a. Köln, Bonn, Dortmund, Essen, Monheim, Neuss, Leverkusen und viele mehr. Unter dem Motto “Pflücken erlaubt” statt “Betreten verboten” könnte das Projekt zu einem Markenzeichen und Aushängeschild unserer Gemeinde werden, was bei unseren Bürger*innen und Besucher*innen gleichermaßen beliebt sein dürfte.

Unser Antrag:

Kreisgeschäftsführerin

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