GRÜNE fordern ausreichende Kapazitäten (Update)

Corona-Krise: Nachbesserungen im Sonderfahrplan für den Schienenverkehr. NVR und DB Regio arbeiten mit Hochdruck an einer Erweiterung des Angebots. Im Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen gilt seit Samstag, dem 21. März 2020, ein Sonderfahrplan. Dieser führte zu einer deutlichen Reduzierung des Angebots. Der Bereich des Nahverkehr Rheinland (NVR) ist besonders stark von den Leistungsreduktionen betroffen. Dem NVR und DB Regio ist es im Laufe der vergangenen Tage trotz eines hohen Krankenstandes bei dem Eisenbahnverkehrsunternehmen gelungen, mehrere Nachbesserungen für die Fahrgäste umzusetzen. Eine genaue Auflistung der Anpassungen finden Sie hier (Link).

Zuvor gab es diese Meldung: Infektionsschutz vor COVID-19 muss auch im SPNV sichergestellt werden. GRÜNE im NVR fordern ausreichende Kapazitäten und mehr Fahrten in den Hauptverkehrszeiten

Die aktuelle SPNV Situation im Verbundgebiet von Nahverkehr Rheinland macht deutlich, dass das gefahrene Angebot nicht ausreichend ist. Durch zu volle Züge in den Hauptverkehrszeiten wird das Abstandsgebot in Zeiten von Corona zur Farce. Damit ist die Gesundheit der Fahrgäste gefährdet. Um dies zu verhindern, müssen die Bahnen häufiger fahren und grundsätzlich mit der größtmöglichen Platzkapazität. Die Verkehrsunternehmen sind offiziell aufgefordert so viel zu fahren wie betrieblich möglich ist.

Der vom Land ausgehandelte Sonderfahrplan kann dabei kein Maßstab sein, denn er beschreibt nur, was mindestens gefahren werden muss. Umso schlimmer ist, dass sich DB-Regio NRW auch an das mit dem Land ausgehandelte  Mindestangebot nicht hält. Viele SPNV Linien im Verbundgebiet, insbesondere auf der Eifel- und Voreifelstrecke und der Siegstrecke, werden heute noch von DB Regio NRW im Auftrag des NVR gefahren. Dass bei der DB Regio NRW der Krankenstand höher als in anderen Bundesländern ist, liegt am hohen Durchschnittsalter der Mitarbeiter, aber auch am schlechten Personalmanagement.

Das kann aber aus Sicht der GRÜNEN im NVR nicht einfach hingenommen werden. Der SPNV ist Daseinsvorsorge. Seine Nutzung  darf nicht zum Infektionsrisiko für die verbliebenen Berufspendler werden. Die Geschäftsleitung des NVR muss von den beauftragten Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) einzufordern, dass ausreichend lange Züge gefahren und zusätzliche Fahrten in der Hauptverkehrszeit aufgenommen werden um die Fahrgäste vor Infektionen zu schützen. Außerdem ist es unabdingbar, dass sich die Eisenbahnverkehrsunternehmen und der NVR besser mit den Busunternehmen vor Ort abstimmen.

„Es ist für uns inakzeptabel wenn die Züge nicht mit der maximalen Kapazität im Berufsverkehr fahren“, so Ingo Steiner, Fraktionsvorsitzender für DIE GRÜNEN im Zweckverband des NVR. „Wir unterstützen die Geschäftsführung des NVR dabei, dieses von den Verkehrsunternehmen einzufordern. Wenn sich einzelne EVUs nicht an die Vereinbarungen halten, muss das Verkehrsministerium einschreiten.“

Wir brauchen dringend zielorientierte Konzepte für das Personalmanagement in den Eisenbahnunternehmen. Beispiele in anderen Bereichen wie dem Lebensmittelhandel oder dem Gesundheitswesen zeigen, dass es auch anders geht. In anderen Bundesländern ist der SPNV besser unterwegs als derzeit in NRW.

„Wir bleiben dabei: es muss schnellstens an dem Ziel gearbeitet werden, wieder mehr zu fahren als jetzt. Die Zuverlässigkeit eines Unternehmens zeigt sich in den Zeiten einer Krise.“, so Ingo Steiner abschließend. Verantwortlich: Ingo Steiner, Fraktionsvorsitzender

Anmerkung: Der Kreis Düren gehört in Bezug auf den Bahnverkehr zum NVR – Gebiet. Der NVR ist Besteller für die Verkehre der Deutschen Bahn, aber auch der Rurtalbahn.

Sprecher OV Düren

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