Waldsterben 2.0: Großes Interesse bei Exkursion im Schlicher Wald

In einer gemeinsamen Aktion luden die Grünen Kreisverband Düren und Ortsverband Langerwehe zu einer Waldexkursion unter dem Thema „Waldsterben 2.0“ in Schlich ein. Geleitet wurde die Exkursion von Prinz Albert-Henri von Merode, Waldbesitzer und den drei Experten Robert Jansen, Uwe Melchior und Jochen Knoth, Regionalforstamt Rureifel – Jülicher Börde des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Mehr als 80 Menschen, darunter zahlreiche Vertreter*innen der Umweltverbände aus dem Kreis Düren, nahmen an der Exkursion teil.

Gleich nach der Begrüßung durch Chris Andrä, Vorsitzender des Ortsverbandes Langerwehe und Schatzmeister des Kreisverbandes Düren von Bündnis 90/Die Grünen, ging es in drei Gruppen in den Wald. Chris Andrä: „Die Menschen in den Kommunen müssen wir vor Ort über die Lage in den heimischen Wäldern informieren. Waldsterben 2.0 als Begriff versinnbildlicht die Lage nach dem ersten Waldsterben in den 80er Jahren. Das große Interesse der Bevölkerung zeigt deutlich, dass wir aktiv werden müssen und nicht länger warten können. Lokal handeln, bundesweit unterstützen!“

Oliver Krischer MdB nahm ebenfalls an der Waldexkursion teil und machte sich ein Bild von den klimabedingten Schäden. Dazu erklärt MdB Oliver Krischer:

„Der Zustand des Waldes auch bei uns ist dramatisch. Die Klimakrise ist längst nicht mehr nur Phänomen entfernter Weltgegenden mehr, ihre Auswirkungen sind bei uns angekommen. Überall im Kreis Düren stirbt der Wald durch Hitze und Trockenheit. Vor allem die naturfernen Fichtenbestände sind so geschwächt, dass sie der Borkenkäfer großflächig zerstört. Um den Wald langfristig wieder zu stabilisieren, brauchen wir zuallererst ernsthaften Klimaschutz und eine naturnahe Waldwirtschaft.“

Klar ist: der Wald muss klimafest werden, dann wird er durch seine Fähigkeit, CO2 zu speichern, vom Opfer zum wichtigen Verbündeten gegen die Klimakrise. Das kann nur durch die Umwandlung in einen ökologischen Mischwald mit heimischen Baumarten gelingen. Denn nur vielfältige Wälder sind ökologisch stabil und damit in der Lage, der Klimakrise langfristig zu trotzen und alt zu werden. Wir wollen die Waldeigentümer mit einem Waldzukunftsfonds über eine Milliarde Euro in den nächsten 5 Jahren dabei unterstützen.

Die Bundesregierung muss die Waldeigentümer unterstützen und sicherstellen, dass die angekündigten Hilfen daran geknüpft werden, dass dadurch vielfältige Laubmischwälder entstehen und eine naturnahe Bewirtschaftung erfolgt. Ohne klare Vorgaben und deren Kontrolle würden die angekündigten Wald-Millionen aus Steuergeldern wirkungslos verpuffen.

Geld und Neupflanzungen sind ohnehin nicht alles: Wir müssen auch der Naturverjüngung eine Chance geben, den Wald sich also auch selbst erneuern lassen. Dadurch kann ein für den Standort am besten geeignetes Waldökosystem entstehen. Dafür brauchen wir auch ein wirksames Wildmanagement, damit junge Bäume ohne aufwändige Schutzmaßnahmen vor Verbiss nachwachsen können: „Wald vor Wild“ ist die Devise.  Wir müssen unseren Wald schützen – denn Waldschutz ist Klimaschutz.

Hintergrund:

Die Grüne Bundestagsfraktion hat einen umfangreichen Aktionsplan mit Vorschlägen für einen gesunden und artenreichen Wald in den Bundestag eingebracht, den sie hier finden: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/130/1913079.pdf

 


Kreisgeschäftsführerin

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