Windeln, Kaffeekapseln und Gläser nicht in die Biotonne

Bioabfall ist ein Wertstoff, aus dem Kompost und Gas gewonnen werden kann. Doch viele Bürger nehmen es mit der Trennung nicht so genau. Dies berichten heute die Dürener Nachrichten – und bestätigen so unsere Eindrücke. Deshalb stellen wir gerne den Bericht ein und bitten euch, im Bekanntenkreis für eine saubere Trennung zu werben.

Dürener Nachrichten vom 20.7.2019: Die meisten Menschen entsorgen ihre kompostierbaren Abfälle aus Küche und Garten in einer Biotonne — zumindest ist das im Gebiet des Zweckverbands Entsorgungsregion West, zu dem auch der Kreis Düren zählt, so.

Und wenn in der Tonne wirklich nur Garten- und Küchenabfälle landen, würde daraus relativ problemlos Dünger für lanwirtschaftliche Flächen und Gärten. Aber der ZEW macht auf eine Schwierigkeit aufmerksam: Die Qualität dessen, was in der grünen Tonne landet, lässt zu wünschen übrig. „In zu vielen Tonnen finden sich Plastiktüten, Restmüll, Verpackungen aus Kunststoffen, Metall und Glas“, teilt der Verband mit. Sogar Windeln und Kaffeekapseln aus Kunststoff landen im Kompost. Das ist aber problematisch, weil die Bioabfälle nur vernünftig in der Erzeugung von neuen Nahrungsmitteln wieder verwertet werden können, wenn nur Bioabfall in den Biovergärungs- und Kompostierungsanlagen ankommt.

Die Entsorgungsgewohnheiten der Bürger gehen offenbar so weit, dass die AWA Entsorgung GmbH als Auftragnehmer des ZEW den Hinweis für erforderlich erachtet, dass verdorbene Lebensmittel nur ohne Verkaufsverpackung in die Biotonne geworfen werden dürfen. Häufig würden Marmeladenreste oder Gurken gleich samt Glas in die Biotonne geworfen und dort neben Konservendosen landen. „Das ist nicht erlaubt und macht auch keinen Sinn, denn diese Verpackungen sind nicht biologisch abbaubar“, betont die AWA in einer Mitteilung. Sie rät stattdessen dazu, die Lebensmittelreste mit Zeitungspapier auszukratzen, sie einzuwickeln und dann in die Tonne zu werfen. Denn Zeitungspapier könne rückstandslos kompostiert werden.

Ganze Nester mit groben Verunreinigungen können laut ZEW mit einem Radlader aussortiert werden, einzelne Teile aber nicht, schließlich sei der Kompost zu nass und klebrig, um Fehlwürfe herauszusieben.

Im weiteren Verarbeitungsprozess würden die Fremdstoffe dann mit dem Bioabfall zerkleinert und am Ende landen Plastik und Scherben im fertigen Kompost. Laut ZEW sind immer mehr Siebvorgänge des fertigen Kompostes nötig, um Plastik und Glas auszusortieren. „Der erforderliche hohe technische Aufwand geht einher mit steigendem Energieverbrauch“, erklärt der Verband.  Das belaste zusätzlich Umwelt und Klima und treibe die Kosten für die Verwertung in die Höhe.

Dabei ist die Verantwortlichkeit klar geregelt: Jeder Nutzer müsse dafür sorgen, dass in der Biotonne auch nur Bioabfälle entsorgt werden. Auch Kleintierstreu dürfe aus seuchenhygienischen Gründen nicht in die Biotonne gefüllt werden, auch wenn dort der Hinweise „kompostierbar“ draufstehen würde. (smb)

Infos zur richtigen Entsorgung gibt es u.a. beim Dürener Servicebetrieb und bei der AWA. (Bild: Pixabay)

Sprecher OV Düren

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