B56n und Radverkehr

Nachdem die südliche Hälfte  eröffnet wurde, mussten Radfahrende mit Schrecken feststellen, dass es für den Radverkehr deutliche Verschlechterungen gibt und dass die Verkehrsführung absolut nicht fahrradgerecht ist. Was kommt nun auf der Nordhälfte? 

Um auf der Nordseite den Bau und v.a. die Beschilderung möglichst noch zu beeinflussen, hat die Initiative Pro Rad Düren sich im Beisein von Stadtratsmitglied Georg Schmitz die Pläne von Straßen NRW erläutern lassen und die Baustellen anschließend abgefahren und eine erste schnelle Einschätzung erarbeitet, welche nachfolgend stichpunktartig aufgeführt ist. Ein Dankeschön geht an Straßen NRW, deren Fachleute die Pläne intensiv erläutert und diskutiert haben.  Vor diesem Hintergrund bat Georg Schmitz zeitnah um ein Gespräch mit dem Tiefbauamt der Stadt Düren und bat außerdem darum, die Beschilderungsplanung noch nicht freizugeben. Da die Bauzeit bis ins Jahr 2020 geht, besteht überhaupt kein Grund, die Verkehrsführung einschließlich Beschilderung überstürzt als Verwaltungsakt festzulegen. Auf ein paar Wochen wird es bei der Bestellung von Schildern nicht ankommen. Die erkannten bzw. möglichen Probleme in aller Kürze:

Brücke Merzenicher Straße: Die Merzenicher Straße führt zukünftig unter der B56n hindurch. Es ist geplant, Fuß- und Radverkehr wie bisher zu führen, also auf einem kombinierten Fußweg und Zweirichtungsradweg auf der südlichem Seite der Fahrbahn. Die Breite ist mit 2,5 Meter geplant – und unter der Brücke hat man naturgemäß weder zur einen, noch zur anderen Seite Ausweichmöglichkeiten. Auf 2,5 Metern kann anfangs sicher der Fuß/Radverkehr wie bisher abgewickelt werden – aber besonders vorausschauend für die Zukunft ist dieses Mindestmaß nicht.
Einschätzung: In Hinblick auf die aktuelle Rechtsprechung Fußweg mit Radfahrer frei beschildern – also auf keinen Fall eine Radwegebenutzungspflicht!!!!

Kreuzung Brückenstraße/ Distelrather Straße mit B56n: Es ist noch schwer, anhand der Pläne alle möglichen Probleme zu erkennen, aber zwei Dinge sind schon klar.
Die Anforderungsampel muss so gestaltet sein, dass man mit einmal drücken wirklich ganz über die Kreuzung kommt. (Zur Erläuterung: An der Binsfelder Straße muss man mehrmals drücken!)
Die Radfahrer sollen auch hier auf einem gemeinsamen Geh/Radweg für beide Richtungen auf der nördlichen Seite geführt werden. Von Merzenich kommend Richtung Düren mag das funktionieren, aber es ist völlig unklar, wie man aus der Brückenstraße kommend sicher auf die Nebenanlage kommen soll.
Würde man Radler auf der Fahrt Richtung Merzenich irgendwie frühzeitig auf die linke Seite führen, so würden stadteinwärts und stadtauswärts fahrende Menschen sich genau im Bereich der Hecke nicht sehen und könnten zusammenstoßen.
Will man Radler bis in den Kreuzungsbereich auf der Fahrbahn führen, was bei Tempo 30 ja normal ist, kommt man nicht vernünftig auf die Nebenanlage.
Würde man auf der Fahrbahn auf die Abbiegespur fahren und da anhalten, um links auf die Nebenanlage zu gelangen, so würde man ebenfalls links abbiegende Fahrzeuge immer dann behindern, wenn Fahrzeuge aus Merzenich kommend in die Brückenstraße wollen.
Außerdem würden Fahrzeuge aus Richtung Merzenich / neuer Kreuzung auf der Fahrt Richtung Brückenstraße/City auch nicht   damit rechnen, dass Radler auf der Abbiegespur die Fahrbahn plötzlich verlassen. Das beinhaltet alles ein großes Risiko und wir können uns derzeit noch nicht vorstellen, wie man das machen könnte.
Das scheint uns eine höchst komplizierte Situation zu sein, in die noch Planungskapazität gesteckt werden muss!!!!
Auch hier darf es keine Radwegebenutzungspflicht geben.

Kreuzung Heerweg
Hier wird es so sein, dass der KFZ Verkehr aus Arnoldsweiler nach rechts Richtung Heerweg (neue Kreuzung) geführt wird und der Arnoldsweiler Weg zu einer Sackgasse wird.
Radler aus Arnoldsweiler kommen i.d.R. auf dem linksseitigen Radweg nach Düren. Vor der neuen Straßenführung soll es eine Querungshilfe geben und Richtung Heerweg/LVR scheint die Fahrt möglich zu sein. Die Menschen (v.a. Schüler) Richtung City fahren dort jedoch geradeaus. Es kann somit keine Lösung sein, die Straßenseite nach rechts zu wechseln und dann den abbiegenden Verkehr nochmals zu kreuzen. Für die Fahrt linksseitig Richtung City erkennt man aber keine Lösung und auch Straßen NRW konnte diese nicht benennen.  Was denkt die Stadt dazu?

Auch hier darf es keine Radwegebenutzungspflicht geben. Wir könnten uns als Lösung vorstellen, dass die weniger geübten Radler links auf der Nebenanlage bleiben und sich hinter der alten Kreisbahnbrücke auf die Fahrbahn einordnen, die dann ja sehr, sehr ruhig werden müsste. Eine Verengung der Fahrbahn und Aufweitung der Nebenanlage wäre angebracht.
Bleibt eigentlich die alte Brücke der Kreisbahntrasse, oder wird die entfernt? Den Arnoldsweiler Weg könnte man sehr sinnvoll als Fahrradstraße ausweisen, denn es gibt ja höchstens 20 Anwohner, aber die wichtige Radverbindung durch den neuen Tunnel Richtung Schoellerstraße!

Unterstes Bild links: Oben auf dem Bild ist die Ortseinfahrt von Arnoldsweiler her kommend, links geht es Richtung Heerweg/Real.

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