Antrag zu Abbiegeassistenten

Müssen weitere Radfahrer/innen oder Fußgänger/innen im „toten Winkel“ sterben? Die AmpelPlus Koalition will das mit allen Mitteln verhindern. Sie beantragt deshalb für den nächsten Stadtrat, dass die Stadt Düren beim DSB nur Müllfahrzeuge mit Abbiegeassistent anschafft und die vorhandenen Fahrzeuge soweit wie möglich nachrüstet.  Auch bei der Feuerwehr sollen die technischen Möglichkeiten geprüft werden. Georg Schmitz erläutert für die Grünen: „Die Zahl der durch abbiegende LKW getöteten Radfahrer steigt seit einigen Jahren an – von 28 in 2013 auf 38 in 2017. Viele Todesfälle dieser Art gab es auch bereits in diesem Jahr, zuletzt in Köln, wo ein 7-jähriges Kind auf dem Fußweg überfahren wurde. Der allgemeine deutsche Fahrradclub ADFC rechnet in diesem Jahr mit mindestens 40 Todesfällen dieser Art, denn sowohl der Radverkehr als auch der Straßengüterverkehr in den Städten nehmen zu“.

Laut Unfallforschung der Versicherer könnten durch LKW-Abbiegeassistenten 60 Prozent der schweren Unfälle durch abbiegende LKW verhindert werden. Die Gefahr muss aus ihrer Sicht dort bekämpft werden, wo sie entsteht: am Fahrzeug selbst!

Schmitz: „Die Hauptverantwortung tragen EU und Bundesregierung. Derzeit berät der Bundesrat über eine Initiative der Länder. Es geht um den verpflichtenden Einbau von elektronischen Warnsystemen in LKW, die schwere Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern beim Abbiegen verhindern können“.

Der ADFC hat 2012 den ‚Runden Tisch LKW-Abbiegeassistent‘ beim Bundesverkehrsministerium initiiert. Daimler hat in der Zwischenzeit ein entsprechendes System auf dem Markt, andere Unternehmen bieten Nachrüstungen an. Auch der Bundesverkehrsminister wünscht sich Abbiegeassistenzsysteme und hat eine Aktion gestartet.
Der Abbiegeassistent arbeitet mit einer Radarsensorik, die den rechten Fahrzeugbereich überwacht. Ein Leuchtsignal im Beifahrerbereich erscheint, sobald eine Person erkannt wird. Weiß das Fahrzeug, dass das rechte Abbiegen kurz bevor steht – etwa, wenn der Blinker betätigt wurde, gibt es zusätzlich ein Blinken sowie ein Warnsignal aus einem Lautsprecher, bevor es zur Kollision kommen kann. Trotzdem kommen LKW-Abbiegeassistenten bisher kaum zum Einsatz, weil die Speditionen sich selbst die wenigen Tausend Euro sparen.

Der Verkehrsausschussvorsitzende Peter Koschorreck (SPD) fasst es so zusammen: „Ein Großteil der schweren LKW-Unfälle geht auf das Konto von Kommunalfahrzeugen! Auch die Kommunen und damit die Stadt Düren müssen unseres Erachtens Ihren Beitrag leisten!“

Update: Erneut gab es tödliche Unfälle in Berlin  Deshalb erschien der Beitrag, der alles nochmals darstellt.

Sprecher OV Düren

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