Neulich im Rat … – Gemeinde Langerwehe braucht keinen sozialen Wohnraum?

In der Ratssitzung vom 22.02.2018 ging es u.a. darum, für welche Projekte die Mittel aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz verwendet werden sollen. In Summe reden wir hier über 653.380,12 Euro. Die Verwaltung hatte dazu eine Dringlichkeitsliste erarbeitet und dem Rat zur Abstimmung vorgelegt.

Unstrittig war, dass die Außentoiletten in der Grundschule in Schlich unbedingt renoviert werden sollen.

Als Vorschlag 3 (also sehr weit oben auf der Dringlichkeitsliste) stand der Ausbau von zwei Dachgeschosswohnungen und die Sanierung der Fassade der gemeindeeigenen Häuser Luchemer Str. 30/ 32. In vorangegangenen Sitzungen des Ausschusses für Jugend- und Sozialangelegenheiten und im Rat war wiederholt der Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum festgestellt worden. Daher wären die Fördergelder für zwei zusätzliche Wohnungen gut angelegt. Im Erdgeschoss Luchemer Str. 30 fällt zudem noch eine Wohnung weg, da die „Tafel“ dort einziehen wird. Ersatz ist nicht geplant.

Des Weiteren sollen die Fenster in beiden Häusern erneuert werden (Vorschlag 2 der Dringlichkeitsliste). Das erfordert einerseits ohnehin umfangreiche Bauarbeiten und andererseits sind durch diese Arbeiten Schäden an der Fassade nicht zu vermeiden. Es bietet sich also auf jeden Fall an, beide Maßnahmen (Sanierung Fenster und Sanierung Fassade/Dachgeschoss Ausbau) gemeinsam umzusetzen und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen!

Warum die CDU dies jedoch ablehnte und vollkommen überraschend und überhaupt nicht nachvollziehbar die Verwaltung aufforderte, einen Alternativvorschlag vorzulegen, kann vermutlich nur die Fraktionsvorsitzende selbst beantworten.

Anstatt zusätzlichen, dringend benötigten Wohnraum in Langerwehe zu schaffen, stimmte die CDU-Fraktion, neben Teilen der SPD/FDP-Fraktion, stattdessen für die Anschaffung eines Fahrzeuges. Dieses „Fahrzeug“ (das nicht einmal näher beschrieben wurde) ist so dringlich, dass es zuvor auf der Dringlichkeitsliste gar nicht erst auftauchte.

Warum also dieses Verhalten? Geht es uns in der Gemeinde Langerwehe so gut? Fehlt den Eigenheimbesitzenden Ratsmitgliedern die Phantasie und die Empathie für die Not von Menschen, die bezahlbaren Wohnraum dringend brauchen?

Wir sind (mal wieder) fassungslos.

Kreisgeschäftsführerin

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