Finnisage: „Ruhe, aber nicht in Frieden“

Herzliche Einladung zur Finnisage der Ausstellung „Ruhe, aber nicht in Frieden“ mit Bildern aus dem Hambacher Forst von Hubert Perschke und einer Lesung aus dem Buch „Die Grube“ von Ingrid Bachér am Samstag, 28.01.2017 von 16:00 bis 18:00 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle, Friedrich-Ebert-Platz 13 in Düren.

Buchbeschreibung: Ingrid Bachér „Die Grube“, erschienen 2011 im Dittrich Verlag
Ihr Roman ist der Versuch, das Ungeheuerliche auch durch Sprache zu verstehen. Es geht um Heimatverlust, um die Beschreibung einer Region, die auf der Landkarte zu einem blinden Fleck geworden ist. Der blinde Fleck ist kein unerforschtes Gebiet, es geht um den Raub der Erinnerungen und der Geschichte.
Frau Bachér wird nicht anwesend sein: “Aber es freut mich, dass Sie sich gegen den Wahnsinn der Vernichtung so vieler Dörfer und einer ganzen Landschaft einsetzen,“ Zitat aus einer Email an uns.

Die Ausstellung „Ruhe, aber nicht in Frieden“ befasst sich mit den Auswirkungen des Braunkohletagebaus auf die Umwelt, die Natur und die Menschen. Im Hambacher Forst und dem, was davon noch übrig ist, gibt es keine Ruhe solange bei RWE die Zeichen der Zeit nicht erkannt werden. Ein riesiger Wald wurde und wird immer noch für die Kohleförderung vernichtet. Um die 40.000 Menschen wurden im Laufe der Jahre umgesiedelt und mussten ihre gewohnte Umgebung, ihr zu Hause, ihr Dorf verlassen. Noch nicht mal die Verstorbenen haben ihre letzte Ruhe gefunden und werden umgebettet auf andere Friedhöfe.

Durch die Besetzung von Teilen des Hambacher Forstes durch Umweltaktivisten seit dem Frühjahr 2012, wird der Konflikt, der auf dem Kohleabbau und der Zerstörung von Landschaft beruht, von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen.

Ein breites Bündnis, bestehend aus Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden, politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertretern der christlichen Kirchen und Privatpersonen, fordert  aktuell RWE auf, seine Haltung zu überdenken. Die Baumbesetzungen im noch verbliebenen Teil des Hambacher Waldes und die Aktivist*innen des Wiesencamps sind ein Teil des immer lauter werdenden Braunkohleprotestes. Der an sich sachliche Konflikt wird personalisiert und reduziert: Auf der einen Seite stehen die Klimaaktivist*innen, denen kriminelles Handeln unterstellt wird, und auf der anderen Seite RWE mit dem Recht der Abbaugenehmigung.

Das Ziel des Fotografen ist es, diesen Konflikt bildlich darzustellen und dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, sich zu positionieren.

 

Foto: Hubert Perschke

Kreisgeschäftsführerin

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