Anti-Atom-Initiativen aus NRW laden zum Autobahnaktionstag am 21.05.2016 ein

Ist das Jülicher Kugelhaufen-Drama beispielhaft für das Atommüll-Desaster?

Autobahnaktionstag zwischen Ahaus und Jülich – Was wird aus den 152 Jülicher Castoren?

Mit einem Autobahnaktionstag am Samstag, 21. Mai 2016, wollen Anti-Atom-Initiativen aus NRW auf das ungelöste Problem der Brennelementekugeln aus dem 1988 stillgelegten Versuchsatomkraftwerk AVR aufmerksam machen. Seit 1974 haben sich diese Atomkugeln in Jülich angesammelt, ohne dass es ein brauchbares Konzept zur Entsorgung gibt. Seit 2013 lagern die rund 290 000 Brennelementekugeln in 152 Castoren auf dem Gelände des Jülicher Forschungszentrums sogar ohne Genehmigung im Zwischenlager. Anfang Juli 2014 verfügte die NRW-Atomaufsicht die Räumung der unsicheren Castorhalle.

„Aussitzen löst das Problem der Atommüll-Entsorgung nicht. Die Jülicher Verantwortlichen und die Jülicher Bevölkerung wollen den Atommüll loswerden – egal wohin – Hauptsache weg! Eine Verschiebung ins nächste Zwischenlager nach Ahaus oder sogar in die USA täuscht eine Entsorgung des Atommülls vor. Dabei ist jeder Transport ein weiteres unkalkulierbares Risiko“, sagt Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“. „Können wir es denn ausschließen, dass Atommülltransporte nicht doch irgendwann ins Visier von Terroristen geraten? Wir fordern den Neubau eines besseren Castorenlagers in Jülich, das nach Auslaufen des Lagers Ahaus in 20 Jahren auch die dort lagernden 303 Castoren mit Atomkugeln aufnehmen kann.“

Kein Endlager in Sicht

Die Anti-Atom-Initiativen wollen mit Aktionen zwischen Ahaus und Jülich Druck auf die NRW-Landesregierung ausüben, die laut ihres Koalitionsvertrages nur einen einmaligen Transport vorsieht: in ein „Endlager“. Das jedoch gibt es weltweit noch nicht.

Chris Weise (Anti-Atom-Euskirchen): „ Momentan sind immer noch acht Atomkraftwerke in Deutschland in Betrieb, die täglich strahlenden Müll produzieren. Aber wohin mit dem Atommüll? Diese Frage wird uns noch Jahre oder vielleicht noch Jahrzehnte beschäftigen. Im Umgang mit seinen Altlasten, dem Atommüll – hat Deutschland immer noch keine schlüssige Strategie.“

Steckeninspektion ab Ahaus und Abschlusskundgebung in Jülich

Start des Autobahnaktionstages ist in Ahaus. Dort findet um 10 Uhr eine Kundgebung am Bahnhofsvorplatz statt. Anschließend fahren die Teilnehmer nach Jülich. Duisburger Aktivisten, die sich gegen einen Transport des Atommülls über die dortigen Rheinbrücken aussprechen, werden ab 10.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof Fahrgemeinschaften bilden, um die Transportstrecken symbolisch zu inspizieren.

Im Anschluss an die Aktionen findet auf dem Jülicher Schloßplatz um 14 Uhr eine Kundgebung mit Cécile Lecomte statt – Insidern als „Eichhörnchen“ bekannt. Auf der Rednerliste stehen Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“, Martina Haase (AKW Nee Aachen), Heiner Möllers (BI „Kein Atommüll in Ahaus“), Dr. Rainer Moormann (ehemaliger Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich, „Whistleblower“), Dr. Michael Harengerd (BUND NRW) und Michael Zerkübel vom Anti-Atom-Bündis Niederrhein.

Klaus der Geiger, einer der bekanntesten Straßenmusiker, wird die Abschlusskundgebung musikalisch begleiten. Für das leibliche Wohl sorgt die „VolXküche Nordeifel“.

Lesung mit „Eichhhörnchen“ im KUBA

Cécile Lecomte liest um 16 Uhr im Jülicher Kulturbahnhof (KUBA) aus ihrem Buch „Kommen Sie da runter!“ Der Buchtitel ist zugleich der Satz, den die in Deutschland lebende Französin bei ihren politischen Aktionen am öftesten hört. Oft wird er von der Polizei ausgesprochen. Er zeigt zugleich deren Verwirrung und Ohnmacht, wenn sie den Bütteln des Atomstaats mit unzähligen Kletteraktionen auf der Nase herumtanzt.

In ihren Kurzgeschichten erzählt die Aktivistin von ihren oft spektakulären Kletteraktionen ohne Atomprojekte, Agro-Technik, Kriege und Klimakiller. Die Lesung wird vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac Inde-Rur organisiert.

 

Unterstützende Initiativen:

Aktionsbündnis „STOP Westcastor“

Anti-Atom-Euskirchen

BI „Kein Atommüll in Ahaus“

Wegberger Montagsspaziergänger

Anti-Atomplenum Köln

SOFA Münster (Sofortiger Atomausstieg

Attac Inde-Rur

 

                                  

 

 

 

Kreisgeschäftsführerin

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