Grüne besuchten Flüchtlingsunterkunft

Mitglieder der Stadtrats – und der Kreistagsfraktion besuchten die Flüchtlingsunterkunft in Gürzenich Wald, um sich einen Eindruck über die Lebensbedingungen und Abläufe dort zu verschaffen.
Herr Fallah und Herr Cremonesi vom Maltheser Hilfsdienst sowie Vertreter der Bezirksregierung zeigten die Einrichtung der Nothilfe, die seit Ende September besteht.
40 Mitarbeiter  betreuen bis zu 800 Schutzsuchende. Bei Bedarf ist die Kapazität kurzfristig auf 1000 aufstockbar. Ganz aktuell sind 170 Plätze genutzt. Über 50% der Menschen sind unter 14 Jahre alt.
Die Menschen kommen v.a. aus Syrien, Afghanistan,  Irak und Iran.
Rund 1900 Menschen sind inzwischen schon in der Einrichtung gewesen. Die Verweildauer ist im Schnitt 50 Tage, also rund 6 Wochen – bis alle Formalitäten und Medizinchecks erledigt sind.
Derzeit gibt es rund 50.000 Plätze in NRW zur ersten Aufnahme. Deshalb sollen alle Turnhallen (wie der Cornetzhof in Düren) Ende Februar aufgegeben werden.
Es gibt einige offizielle Erstaufnahmeeinrichtungen wie Bielefeld, Dortmund, Unna….die alle überlastet sind. Von da kommen die Menschen in Notunterkünfte und erst von da (wie z.B. Gürzenich) geht es im Bus zur Registrierung und Antragsstellung nach Niederaußem. Die meisten Leute kommen wieder aus Niederaußem zurück, bis alle Formalitäten erledigt sind und werden dann den Kommunen zugewiesen.
Frau Sistig von der Bezirksregierung übernimmt im ehem. Munitionsdepot die behördlichen Aufgaben, u.a. die ganzen Bustransporte etc. –  die Malteser kümmern sich v.a. um Unterbringung, Verpflegung,  Betreuung…..
Neben der 40 Maltesern (darunter 14 Frauen) gibt es den Sicherheitsdienst, der immer 6 Leute da hat – und viel Ehrenamt.
Flüchtlinge werden in Arbeiten eingebunden, wenn sie mitmachen wollen – aber niemand wird gezwungen. Es gab KEINE Probleme mit Frauen, die dort arbeiten – wie zuvor als Gerücht umherging – und auch keine Übergriffe unter den Flüchtlingen.
Die Polizei fährt einmal täglich Streife – auch wenn es keine Vorfälle gibt – und hat einen engen Draht zum Betreiber. Die Grünen sahen auch den Sozialraum, in dem Kinder spielten und die Kleiderkammer. Sie erfuhren, dass Ehrenamtler eine Fahrradwerkstatt betreiben und dort alte Räder für die Bewohner herrichten. Gudrun Zentis, MdL der Grünen aus dem Kreis Düren, dankte den Betreibern für die engagierte Arbeit. Die stellv. Bürgermeisterin Carmen Heller Macherey beschrieb die Eindrücke so: „Man lebt hier nicht schön, aber sicher und zweckmäßig – und allemal besser als in Zelten.“

 

Bild 2+3: In dieser Halle (die wir früher einmal besichtigten) befindet sich nun die Kleiderkammer und die Essensausgabe.

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Sprecher OV Düren

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