Waldspaziergang im Hambacher Forst

Am Sonntag haben wir die Gelegenheit ergriffen und eine Führung von dem Waldpädagogen Michael Zobel durch den Hambacher Forst besucht. Da an diesem Wochenende auch die Aktionstage gegen die Braunkohle stattfanden, war der Besuch umso spannender.
Wir haben viel über den Hambacher Forst erfahren. Über seine Fauna und Flora, dass er seit 12.000 Jahren dort steht, wieso er Bürgewald heißt und dass er der einzige noch existierende Hainbuchen-Stieleichen-Maiglöckchen-Wald ist. Noch. Wenn das RWE seine Pläne realisiert, wird es ihn bald nicht mehr geben.
Wir haben ebenfalls viel über die Proteste erfahren. Wir kamen an einigen Baumhäusern der Baumbesetzer vorbei. Herr Zobel erzählte uns, dass den Baumbesetzern wiederholt die unteren Meter der Kletterseile abgeschnitten wurden. Die Verursacher, höchstwahrscheinlich Angehörige des RWE-Werkschutzes, haben schwere Stürze in Kauf genommen. Auch lassen einen einige absurde Gerichtsurteile kopfschüttelnd zurück. Zum Beispiel dass das Camp der Aktivisten wegen „Zersiedelung“ jederzeit geräumt werden darf. Man erinnere sich, das Gebiet soll bald abgebaggert werden. Ebenso erregt der Fall des inhaftierten Aktivisten Jus die Gemüter der Waldbesetzer. Er befindet sich seit ca. vier Wochen im Hungerstreik. Sein Anwalt und seine Freundin hatte längere Zeit Probleme ihn zu besuchen.
Wir durften ebenfalls einen Eindruck von dem RWE-Werkschutz gewinnen. Noch bevor die Gruppe vom Ortsrand Morschenich losging, wir waren ein knappes Dutzend Erwachsene und ein Kind, näherte sich einer der typischen, weißen Geländewagen des RWE-Werkschutzes. Plötzlich beschleunigte er enorm und raste mit sehr geringem Abstand an uns vorbei. Die gesamte Gruppe war sehr erschrocken. Das Verhalten des Sicherdienstes stellte eine klare Provokation dar und zeigt, wie angespannt die aktuelle Situation ist.

 

Hambacher Forst und ehemalige A4 Hambacher Forst Hambacher Forst, Baumbesetzung. Hambacher Forst, Baumbesetzung.

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