Klarstellung zur Kölnstraße

Im Verkehrs – und Bauauschuss stand der Ausführungsbeschluss über Schutzstreifen in der Kölnstraße auf der Tagesordnung. Falsche Darstellung der Presse suggeriert, dass die AmpelPlus nicht einig war. Jedoch, die Mehrheit stand! 

In der Dürener Zeitung vom 27.08. schreibt Herr Abels: Streit um Schutzstreifen vertagt. Bei beidseitigen Zonen für Radfahrer müssten Parkplätze weichen

Auf der Kölnstraße wird es erst einmal keine Schutzstreifen für Radfahrer geben. Der Verkehrs- und Bauausschuss hat das Thema nach kontroverser Diskussion auch in Reihen der „Ampel“-Mehrheit vertagt. Das Problem: Wenn auf beiden Straßenseiten zwischen Hohenzollernstraße und Friedrich-Ebert-Platz Schutzstreifen mit einer Breite von 1,50 Meter markiert würden, müssten auf der Südseite im unteren Bereich (bis Dr. Kotthaus-Straße die Parkplätze weichen. Die Stadt spricht von 26 Stellplätzen mit jährlichen Parkgebühren von rund 33 500 Euro. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Wegnahme der gut ausgelasteten Parkplätze weitreichende Konsequenzen für die anliegenden Geschäfte und Dienstleister habe. Teile der „Ampel“ sind bereit, die Konsequenzen und den Einnahmeverlust in Kauf zu nehmen. Die CDU bevorzugt den Alternativ-Vorschlag der Verwaltung, nur auf der Südseite einen Schutzstreifen zu markieren, während der schnell bergabwärtsfahrende Radler im normalen Verkehr mitschwimmt. Bei dieser Variante würden keine Parkplätze wegfallen.

Schutzstreifen

Mit der Aussage „Teile der Ampel….“ erweckt die Zeitung den Eindruck, die AmpelPlus im Ausschuss wäre uneins gewesen. Dem ist nicht so. Tatsache ist, dass Herr Abels bei diesem Tagesordnungspunkt schon lange den Raum verlassen hatte und er sich hier wohl auf Informationen der CDU verlässt.
Die AmpelPlus hatte einen klaren Änderungsvorschlag und nur Georg Schmitz von den Grünen hat zum Thema für die Ampel gesprochen. Wir waren fest entschlossen, die für den Radverkehr beste Variante zu beschließen. Da CDU und Herr Baudezernent Zündorf bemängelten, sie könnten den Änderungsantrag so schnell nicht werten und deshalb nicht beschließen, haben wir aus Fairnessgründen einer Vertagung in den Oktober zugestimmt.

Folgenden Änderungsantrag zu Variante 1 der Verwaltung haben wir eingebracht, dass heißt, wir haben uns auf die Variante bezogen, wonach die Parkplätze im unteren Bereich der Straße auf der Südseite entfallen würden. (Es sind übrigenss nur 26 Plätze für Minifahrzeuge. Eigene Zählungen kommen eher auf 21Plätze.)

Änderungsantrag der AmpelPlus- Fraktionen zu Vorlage 2015-0284
Markierung von Schutzstreifen in der Kölnstraße vom Knotenpunkt Hohenzollernstraße/ Schützenstraße bis Friedrich-Ebert-Platz

 

  • Am Altenheim sind die Einbauten (Fahrbahnverengung auf der Südseite) zu entfernen.
  • Im Abschnitt zwischen Dr.-Kotthaus-Straße und Friedrich-Ebert-Platz wird nur ein einseitiger Schutzstreifen auf der Südseite (bergauf) angelegt.
  • Zwischen dem zu markierenden Parkstreifen und der Schutzstreifen (von 1,5 Metern) ist ein Sicherheitstrennbereich von 50cm gemäß den Straßenbaurichtlinien zu markieren.

 

Begründung:
zu a) Die Radverkehrsführung sollte möglichst immer stetig sein, Verschwenkungen sind zu vermeiden. Die grundsätzlich gute Lösung eines Schutzstreifens auf der Südseite wird durch diese Verengung belastet. Beim Einfädeln in den Verkehr auf die vom motorisierten Verkehr genutzten Fahrbahnmitte entsteht ein stark erhöhtes Risiko für RadlerInnen! Da die Einbauten nur dazu dienten, das Parken zu verhindern und die Zufahrt frei zu halten, sind sie zukünftig entbehrlich.
zu b) Maßnahmen für den Radverkehr müssen sinnvoll sein und sollen nicht auf Kosten des Fußverkehrs gehen. Im o.g. Bereich wird in der Vorlage das teilweise Parken auf dem Bürgersteig (sog. hüftseitiges Parken) vorgeschlagen. Da wir nicht nur eine fahrradfreundliche, sondern auch eine fußgängerfreundliche Stadt sein wollen, wäre dies ein schlechtes Zeichen. Erfahrungsgemäß halten KraftfahrerInnen die markierten Bereiche weit weniger ein. Während eine Bordsteinkante als natürliche Begrenzung gesehen wird, stehen Fahrzeuge bei höhengleichen Parkflächen und bei „hüftseitigen Parken“ erfahrungsgemäß gerne sehr wild – oft 50 cm über die Markierung hinaus. Dem wollen wir nicht den Weg ebnen.

Außerdem fahren RadfahrerInnen vom Kreisverkehr Richtung City bergab deutlich schneller als bergauf. Selbst ein Schutzstreifen schützt sie nicht wirklich vor unvorsichtig geöffneten Türen an den abgestellten Autos auf der Nordseite. Nach zahlreichen Ortsterminen und Beratung durch externe Verkehrsplaner sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass man dort bergab am sichersten mittig auf der Fahrbahn fährt, mit 2 Meter Abstand zu den Autos. Da man dort also sicher und schnell fährt, ohne den Kraftverkehr zu behindern, braucht man da keinen Schutzstreifen. Der wäre hier eher kontraproduktiv, da RadlerInnen zu nah an die Autos geführt werden. Wenn der Schutzstreifen aus besonderen örtlichen Gründen aber nicht zwingend die bessere Lösung ist – warum sollte man dann auf der Südseite auch noch hüftseitiges Parken machen?

 

Fazit: Die AmpelPlus will Düren gemäß Koalitionsvertrag zu einer fahrradfeundlichen Stadt machen und zudem Luftverschmutzung und Lärm reduzieren. Nach intensiver Prüfung – auch unter Einbindung professioneller auswärtiger Verkehrsplaner – sind wir zur Überzeugung gelangt, dass wir hier auf einige Stellplätze verzichten müssen, um Düren voran zu bringen. Es gibt im Umfeld seit einigen Jahren zwei riesige Parkhäuser und der LKW Verkehr auf der Straße nimmt stetig zu. So wie bisher kann es nicht weiter gehen!
Die Bilder zeigen, wie leer die Straßenränder oft sind. Wenn 21 Stellplätze entfallen, geht die Welt nicht unter. Im Gegenteil, Dürens City wird dann langsam etwas lebenswerter.

20150719_073827 20150720_123455 20150603_172231 P1020610 P1020608 Parken auf Bürgersteigen ist für uns tabu!

„Ampel“ will auf Parkplätze verzichten, CDU kündigt massiven Widerstand an. (Presse vom 29.08.)

Um die Kölnstraße fahrradfreundlicher zu gestalten, will die „Ampel“-Koalition im unteren Bereich der Kölnstraße auf beiden Seiten Schutzstreifen anbringen lassen. „Nach intensiver Prüfung sind wir zur Überzeugung gelangt, dass wir hier auf einige Stellplätze verzichten müssen, um Düren voran zu bringen“, erklärt „Ampel“-Sprecher Georg Schmitz (Grüne) und verweist auf die beiden Parkhäuser im Umfeld. In Höhe des Seniorenheims sollen die Fahrbahnverengungen entfernt werden. Zwischen Dr.-Kotthaus-Straße und Friedrich-Ebert-Platz soll ein Schutzstreifen nur auf der Südseite (bergauf) angelegt werden. Vom Kreisverkehr in Richtung City hingegen würde ein Schutzstreifen nicht wirklich helfen, weswegen Schmitz empfiehlt, „dass man bergab am sichersten mittig auf der Fahrbahn fährt.“ Die Bauverwaltung soll den Vorschlag nun prüfen und bewerten. Massiven Widerstand gegen die Pläne kündigte CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Weschke an: „Das Wegfallen von Parkplätzen kann für die Händler existenzbedrohende Konsequenzen haben.“ Weschke weiter: Die Dürener Innenstadt dürfte nicht zur Spielwiese von Verkehrsideologen werden.

Kommentar: Verkehrsideolge ist u.E. eher Herr Wechke, der im Sinne der 60 er und 70 er Jahre weiter voll aufs Auto setzt, statt die realen Probleme anzuerkennen und endlich die Sackgasse der autofixierten Politik zu verlassen. Es ist an der Zeit, dem Verkehrsmittel mehr Raum zu geben, welches zur Lösung vieler Probleme ein großes Stück beiträgt: Dem Rad.
Luftverschmutzung, Lärm, Unfälle – wir wollen nicht alles beim Alten lassen!!!

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Am 29.08. haben wir um 14Uhr eine Stadtführung per Rad angeboten. Dabei entstanden diese Bilder. Gemäß Herrn Weschke geht die Welt unter, wenn ein paar Parkplätze im unteren Teil der Kölnstraße entfallen würden. Die Bilder sagen etwas anderes…..

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Update 22.10.: Beschlossen wurde im VKB ein einseitiger Schutzstreifen bergauf in der Kölnstraße zwischen Post und Kreisverkehr. Wir Grüne hatten uns für beidseitige Schutzstreifen engagiert, am Ende des Diskussionen stand nun ein Kompromiss, mit dem wir leben können und der erstmals in Düren den Sicherheitstrennstreifen von 50 cm zwischen Parkstreifen und Schutzstreifen beinhaltet! 

Sprecher OV Düren

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