Besuch im Caritas-Wohnpark Friedenau

Die 29 GRÜNEN NRW-Landtagsabgeordneten besuchten Anfang Juni generationengerechte und inklusive Wohnprojekte in ihren Wahlkreisen.

Viele Menschen suchen nach Alternativen zu traditionellen Einrichtungen wie zum Beispiel Seniorenheimen, da sie bis ins hohe Alter in vertrauter Umgebung in ihrem Quartier leben wollen. Die GRÜNE Fraktion sieht es deshalb als eine wichtige Aufgabe an, im Alter oder bei Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und dafür Sorge zu tragen, dass gesundheitliche und pflegerische Versorgung sowie die Assistenz im Wohnquartier zur Verfügung stehen.

Eine Station war der Caritas-Wohnpark Friedenau in Kreuzau. Die GRÜNE Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis aus Nideggen, die stellvertretende Landrätin und Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreuzauer Rat Astrid Hohn und Lars Himmler (OV Kreuzau) wurden von dem Caritasvorstandssprecher Dirk Hucko und dem Fachbereichsleiter Elmar Jendrzey  durch den auf einem ehemaligen Fabrikgelände Ende Dezember 2012 fertiggestellten  Wohnpark geführt. 500 Meter vom Ortskern Kreuzau entfernt ist hier mit einer Tagespflege, einer ambulanten Pflegestation, einer stationären Einrichtung für ältere Menschen mit 44 Plätzen in vier Gruppen sowie 22 Wohnungen ein Wohnpark entstanden. Daneben entstanden Bungalows  eines privaten Investors und  Eigentumswohnungen für ca. 300 Menschen auf einem Areal von insgesamt 40.000 qm.

Man war sich einig, dass Betreuungseinrichtungen möglichst nicht fernab und damit außer Reichweite der übrigen Infrastruktur liegen sollten. Betreutes Wohnen sollte möglichst mit Bestandseinrichtungen kombiniert werden, damit die Betreuungskosten verträglich bleiben und Synergien ausgeschöpft werden können. Hucko bedauerte, dass die Einrichtung des Cafés Friedenau schließen musste und nur noch für einzelne, in der Regel interne Veranstaltungen geöffnet wird. „Aufgrund hoher finanzieller Verluste hätten wir sonst unsere Gemeinnützigkeit der Caritas gefährdet. Das Café wurde leider nur am Wochenende sehr gut angenommen“, so Hucko.

In einer anschließenden Diskussionsrunde tauschten sich die Teilnehmer über die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Pflege aus. Themen wie Fachkräftemangel, Praktika für Flüchtlinge, höherer Verwaltungsaufwand aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen wurden ebenso angesprochen wie Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Senioreneinrichtungen oder die Einrichtung eines Pflegehotels.

Die zahlreichen Initiativen auch anderer Wohnquartiere beweisen, dass alle Generationen von sozialer Infrastruktur sowie der barrierefreien Gestaltung des Umfeldes profitieren. Und nicht nur in großstädtischen und urbanen Gebieten gibt es bereits eine Vielzahl von guten Beispielen von alternativen Quartierskonzepten, sondern auch in kleinstädtisch und ländlich geprägten Regionen.

Mit ihren Besuchen wollen die GRÜNEN Parlamentarierinnen und Parlamentarier Projekte unterstützen, die das Zusammenleben der Generationen und von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln ermöglichen. Außerdem sollen Kommunen und Kreise angeregt werden, die Entwicklung von entsprechenden Wohnkonzepten und „inklusiven Wohnquartieren“ mit Versorgungssicherheit zu fördern.

„Der Caritas-Wohnpark Friedenau“, so Astrid Hohn, „stellt ein sehr lobenswertes Beispiel für eine gelungene Inklusion dar. Wir sind froh, dass es eine solche Einrichtung hier bei uns in Kreuzau gibt. Aber wir bedauern es sehr, dass das Café geschlossen wurde, stellte es doch einen zentralen Pfeiler des Grundgedankens dieser Einrichtung dar, nämlich dass den alten und in ihrem Aktionsradius oft sehr eingeschränkten Menschen die Teilhabe an ganz normalen gesellschaftlichen Aktivitäten ermöglicht werden sollte. Deshalb werden wir weiterhin nach Möglichkeiten suchen, diesen beliebten Treffpunkt wieder zu aktivieren.“

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