Bilanz: Zehn Monate schwarz-grün

Zehn Monate nach der Kommunalwahl blicken die Kreistagsfraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen auf das bislang gemeinsam geleistete zurück. Landrat Wolfgang Spelthahn sowie die Fraktionsvorsitzenden Karl Schavier (CDU) und Bruno Voß (Grüne) sind sich einig, dass die erste schwarz-grüne Koalition auf Kreisebene binnen kurzer Zeit schon viel Positives auf den Weg gebracht hat und nennen beispielhaft sechs Projekte.

Stadthalle Düren: Nach jahrelangem Leerstand und Verfall wird die einst denkmalgeschützte Stadthalle Düren nun abgerissen. Das Symbol des Stillstands verwandelt sich in eines des Aufbruchs. Dem vorangegangen war die einvernehmliche Lösung von komplexen juristischen und finanziellen Fragen. Eigentümer des lastenfreien Grundstücks sind nun zu 80 Prozent der Euskirchener Investor F & S concept und zu 20 Prozent die kreiseigenen GIS – Gesellschaft für Infrastrukturvermögen mbH. Sie setzen auf dem Innenstadtgrundstück nun das von den Koalitionspartnern angestoßene Konzept um.

Die multifunktionale Nutzung des neuen Gebäudekomplexes war der Schlüssel zum Erfolg. So wird nun ein hochwertiges Hotel samt Tiefgarage und angeschlossenem Konferenzzentrum errichtet. Unter anderem regionale Wirtschaftsunternehmen hatten Hotel und Tagungsmöglichkeit in der Kreisstadt immer wieder schmerzlich vermisst. Gebaut werden zudem hochwertige Eigentumswohnungen sowie Räume für Freiberufler. Dadurch wird Finanzkraft in Düren gebunden. Die Kreisverwaltung Düren wird in dem Gebäude eine ebenerdige Servicestelle für Bürger einrichten. Zudem will sie den Konferenzbereich nutzen. Im Gegenzug können im Kreishaus Tagungsräume in dringend benötigte Büros umgewandelt werden.

Kleines Kreishaus Jülich: Die bürgerfreundliche Kreisverwaltung Düren kommt den Menschen im nördlichen Kreisgebiet im Wortsinne entgegen. Das Konzept des Kleinen Kreishauses, in dem bis zu 120 Mitarbeiter der Kreisverwaltung arbeiten werden, wird im innerstädtischen Quartier am Alten Rathaus umgesetzt. Das markante Rathaus nutzt die Kreisverwaltung seit Jahresbeginn bereits zur Gänze. Um künftig alle publikumsintensiven Dienstleistungen in Jülich anzubieten, kann das benachbarte so genannte Stüssgen-Grundstück genutzt werden, auf dem sich zurzeit unter anderem Garagen befinden. Der neue Eigentümer des dritten Grundstücks in diesem Karree hat sich mit einer einheitlichen Entwicklung des gesamten Areals einverstanden erklärt. So kann dort also ein Komplex aus einem Guss geschaffen. Die Jülicher Bürger werden aufgerufen, sich aktiv an der Gestaltung des Viertels zu beteiligen. Das Kleine Kreishaus samt Publikumsverkehr wird zur Belebung der Innenstadt beitragen. Wichtig zu wissen: Das Projekt muss für die Kreiskasse kostenneutral verwirklicht werden.

Breitbandversorgung: Nach der erfolgreichen Breitbandinitiative mit Mitteln aus dem Konjunkturförderpaket II der Bundesregierung kann heute bereits in über 90 Prozent des Kreisgebietes mit Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s gesurft werden. Da die Bedürfnisse von Wirtschaft und Bevölkerung steigen, wird nun die Verlegung von Glasfaserleitungen bis an die Wohn- und Gewerbegebäude angestrebt, da nur diese Technologie nahezu unbegrenzte Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglicht. Der Kreis Düren wird deshalb gemeinsam mit dem Kreis Euskirchen eine Machbarkeitsstudie zum flächendeckenden Ausbau der beiden Landkreise mit dieser Glasfasertechnologie in Auftrag geben und den Ausbau in Kooperation mit den Kommunen und den Telekommunikationsanbietern vorantreiben. Wo dies erforderlich ist, werden für die Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken Fördermittel von Bund, Land und EU beantragt.

Kinderbetreuung: Investitionen in Kinder sind Investitionen in die Zukunft: Um den steigenden Betreuungsbedarf von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr in der Dürener Innenstadt abzudecken, werden Kreis und Stadt Düren auf dem freien Grundstück an der Marienstraße neben dem Kreishaus einen Kindergarten mit sechs Gruppen eröffnen. Der Euskirchener Investor F & S concept errichtet das Gebäude, in dem das Erd- und erste Obergeschoss für die neue Kita angemietet werden.

Bördebahn: Der Erfolg der Rurtalbahn hat gezeigt, dass ein qualitativ hochwertiges Bahnangebot von den Menschen geschätzt und im Alltag gerne genutzt wird. In Zusammenarbeit mit dem Kreis Euskirchen ist dem Kreis Düren der Einstieg in die Reaktivierung der Bördebahn gelungen. Ab Karfreitag pendeln Personenzüge ganzjährig an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen von Düren über Vettweiß und Zülpich nach Euskirchen und zurück. Möglich ist das durch ehrenamtliches Engagement der Mitglieder des Bürgerbahnvereins Düren-Zülpich-Euskirchen. Finanziert wird der Verkehr vom Nahverkehr Rheinland (NVR) sowie durch Mittel aus den Kreisen Düren und Euskirchen. Geplant ist, den Personenverkehr stufenweise bis zur vollständigen Reaktivierung der 30 Kilometer langen Strecke auszubauen.

Katzen: Um die Zahl der streunenden Katzen zu regulieren, wird die Kreisverwaltung Düren auf Initiative von CDU und Grünen in Abstimmung mit dem Tierschutzverein eine kreisweite Kastrationspflicht einführen. Denn Katzen, um die sich niemand kümmert, haben ein elendes Leben. Damit der notwendige medizinische Eingriff für jedermann bezahlbar ist, werden Sponsoren gesucht.

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