Kreis Düren mit Negativ-Rekord in NRW bei schädlichem Nitrat im Grundwasser

Fast 40 % aller Messstationen über dem zulässigen Grenzwert! Im Kreis Düren werden in 39,2 % aller Grundwasser-Messstationen zu hohe Gehalte von schädlichem Nitrat gemessen. Betroffen sind vor allem die ackerbaulich intensiv genutzten Börde-Gebiete des Kreises. Damit ist der Kreis Düren nach dem Kreis Viersen (39,7 % Überschreitungen) der Kreis mit der schlechtesten Grundwassersituation in NRW. Das zeigt eine Untersuchung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) Deutschland gehört EU-weit zu den Ländern mit der größten Nitratbelastung des Grundwassers. In Deutschland konzentrieren sich die Belastungen auf die Region mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, vor allen in NRW und in Niedersachsen.

Der Kreis Düren gehört damit auch europaweit zu den am stärksten mit Nitrat belasteten Regionen. Im NRWLandesdurchschnitt weisen „nur“ 13,9 % aller Grundwassermessstationen eine Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l für Nitrat auf.

Auch im Kreis Düren wird ein Großteil des Trinkwassers aus dem Grundwasser gewonnen. Doch infolge der viel zu hohen Nitratbelastung sind viele Grundwasserbereiche nicht mehr für die Trinkwassergewinnung geeignet oder müssen vorab umfangreich aufbereitet werden.
Nitrat wird im Körper in das giftige Nitrit umgewandelt. Das beeinflusst den Sauerstofftransport im Blut und kann besonders bei Säuglingen gefährlich sein. Aus Nitrit können außerdem krebserregende Nitrosamine entstehen. Deshalb gibt es einen Grenzwert für Nitrat in der Trinkwasser-Verordnung.

Hauptquelle für die Nitratbelastung des Grundwassers ist die intensive Düngung landwirtschaftlicher Flächen. Gülle und andere Tierexkremente, aber auch Mineraldünger werden in viel größerer Menge auf die Flächen aufgebracht als Pflanzen diesen Dünger verbrauchen können. Das im Dünger enthaltene Nitrat gelangt so ins Grundwasser. Auch im Kreis Düren lässt sich in Bördegebieten jedes Jahr beobachten wie riesige Mengen Tierkot – zum Teil aus dem benachbarten Ausland – mit Tanklastzügen u. ä. auf den Ackerflächen ausgebracht werden.

Dazu der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer: „Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Wir müssen endlich ernst machen und den Nitrateintrag aus der Landwirtschaft ins Grundwasser reduzieren. Deutschland gehört in der EU zu den Ländern mit den höchsten Nitratbelastungen im Grundwasser. Bisher ist viel zu wenig geschehen, um diese Belastung zu reduzieren. Die EUKommission hat die Bundesregierung gezwungen, eine neue Düngeverordnung zu erarbeiten.
Doch statt beherzt zu handeln, versucht die Große Koalition das Problem auszusitzen. Die extreme Überdüngung in der industriellen Landwirtschaft geht Landwirtschaftsminister Schmidt mit seinen Vorschlägen nicht an. Mit dieser Landwirtschaftspolitik auf Kosten von Mensch und Umwelt muss endlich Schluss sein.“

Kreisgeschäftsführerin

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