Danke Wilfried Pallenberg

„Die Beratungsstelle ist so etwas wie ein eigenes Kind“, sagt Wilfried Pallenberg. 33 Jahre lang hat er die Sucht- und Drogenberatung der Caritas geleitet.

Heute haben wir in der Endart Wilfried Pallenberg verabschiedet und ihm ausdrücklich für sein tolles Wirken gedankt! Nachfolgerin Inge Heymann wünschten wir für die weitere Arbeit viel Erfolg. Aktive von Bündnis 90/Die Grünen hatte sich in den letzten Jahren immer wieder für die Drogenberatung und die Endart eingesetzt, wenn es „hart auf hart“ kam.
Der Endart e.V. wurde auf Initiative der Mitarbeiter der Dürener Drogenberatung in 1985 gegründet. Ziel des Vereins war und ist auf Basis eines Verbundsystems Drogenberatung – Endart e.V., Kultur- und sozialpädagogische Angebote zu initiieren, die im Rahmen einer eher ambulant – therapeutischen ausgerichteten Drogenberatung nicht geleistet werden können. Hierzu wurde ein ehemaliges Fabrikgebäude in Düren, Veldenerstr. 59, zunächst angemietet, später (in 1992) mit Unterstützung von Aktion Sorgenkind gekauft. Zusätzlich erworben wurde ein zur Fabrik gehörendes Wohnhaus mit einem Ladenlokal und sechs Wohnungen. Wilfried Pallenberg war „das Herz“ dieses Projektes. Mehr dazu auf www.endart.de. Die Bilder wurden von OV Sprecher Georg Schmitz beim Abschied aufgenommen. Mit dabei waren auch die OV Sprecherin und 3.stellv.Bürgermeisterin, Carmen Heller-Macherey, die Fraktionsvorsitzende Stadt Verena Schloemer und der Fraktionsvorsitzende Kreis, Bruno Voß.

Der nachfolgende Text stammt aus der Dürener Zeitung.  Weitere Links: www.spz.de, Text aus den Dürener P1010343Nachrichten.

33 Jahre lang hat er die Sucht- und Drogenberatung der Caritas geleitet. Haschisch für Hippies, Kokain für den aufstrebenden Geschäftsmann der 80er Jahre, Amphetamine und Aufputschmittel für die Techno-Partys der 90er – jede Generation hat ihre eigenen Drogen. „Heute werden verstärkt leistungssteigernde Mittel konsumiert, das beginnt schon bei Studenten“, berichtet Wilfried Pallenberg.

Parallel dazu würde bei JugeP1010329ndlichen „in der Breite weniger, aber dafür in der Spitze mehr“ Alkohol getrunken, ja geradezu gesoffen. „Das Abfüllen ist zum Selbstzweck geworden“, sagt er. Besonders in jungen Jahren werde kräftig gebechert. Ein Trend, der Wilfried Pallenberg Sorgen bereitet. Der 65-Jährige hat schon manche Entwicklung beobachtet. Vor 33 Jahren hat Pallenberg die Sucht- und Drogenberatungsstelle des Caritasverbandes in Düren mit aufgebaut und sie seitdem geleitet. Seit 1981 kümmern sich die Mitarbeiter um Abhängige und deren Angehörige. Sie versuchen, einen Weg aus der Sucht zu finden. Oder zumindest das Leben mit der Sucht menschenwürdig zu gestalten.

„Ich habe damals zur Bedingung gemacht, dass ich mir die Mitarbeiter selbst aussuchen kann“, erzählt Pallenberg. „Die Beratungsstelle ist so etwas wie ein eigenes Kind.“ Am 19. September wird der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin ist Inge Heymann, auch sie ist eine Mitarbeiterin der ersten Stunde. Aufhören zu arbeiten wird Pallenberg aber nicht. „Ich habe noch einige Projekte, die zu Ende geführt werden müssen“, sagt er. Als Wilfried Pallenberg mit dem Projekt „Beratungsstelle“ anfing, stand Düren bundesweit in den Schlagzeilen. „Selbstmorde, eine Heroin-Ranch-Klamotte – hier war ziemlich viel los“, blickt der 65-Jährige zurück. „Die Politik stand unter Druck, sie musste etwas mit Blick auf den Drogenhandel und die Abhängigen unternehmen. Und wir sollten die Leute von der Straße holen.“

Neben stationärer EntzuP1010342gstherapie und Entgiftung setzten Pallenberg und sein Team auch auf Elterngruppen sowie sogenannte niederschwellige Angebote. „Wir gaben Drogenabhängigen die Möglichkeit, ihre Wäsche zu waschen, bei uns zu duschen, einen Tee zu trinken – ohne dass wir Bedingungen gestellt haben.“ Vor 33 Jahren sei das Neuland gewesen. „Für mich ist es der Schlüssel der Arbeit“, betont Pallenberg. „Wir wurden zu Ansprechpartnern.“

Nachdem mit der „Elendsvermeidung“ der erste Schritt getan war, sei oft auch der zweite gefolgt, sei ein Weg aus der Sucht gefunden worden. „Einem Heroin-Süchtigen die Spritze abzunehmen ändert nichts“, sagt Pallenberg. Drogen seien nur ein Symptom, es gehe darum, die Gründe für den Konsum zu erkennen. Dort liege meist auch der Schlüssel für den Weg zurück ins Leben.

„Wir können mit Stolz sagen, dass wir bislang jedes Modellprojekt des Landes bekommen haben, dass Düren immer vorne mitgespielt hat“, sagt Pallenberg. Schon früh sei neben der Beratung der Grundstein für ein „Verbundsystem“ mit psychosozialer Begleitung der Methadonvergabe, einer ambulanten Suchttherapie, Betreutem Wohnen und Prävention gelegt worden. Sehr früh gründeten Wilfried Pallenberg und einige Mitstreiter auch den Verein Endart, der bis heute die „Kulturfa-brik“ an der Veldener Straße betreibt. „Ich wollte nicht Konzertveranstalter werden. Ich wollte einen Zugang zur Szene haben, zu Jugendlichen“, erklärt Pallenberg.

Das Team der Sucht- und Drogenberatung habe „stets am Puls der Zeit gearbeitet“, spricht der 65-Jährige allen Mitarbeitern ein großes Lob und viel Dank aus. „Ich wünsche mir, dass die erfolgreiche Arbeit im Verbundsystem fortgeführt werden kann“, gibt PallenP1010336berg seiner Nachfolgerin Inge Heymann mit auf den Weg. Arbeit gebe es genug.

„Wir beobachten wieder eine Tendenz zur Selbstzerstörung“, berichtet Pallenberg. Das Öffnen der Schere zwischen Arm und Reich habe ebenfalls Konsequenzen. „Kinderarmut kann eine Basis dafür sein, dass die Beratungsstellen künftig viel zu tun haben werden“, mutmaßt Pallenberg. Drogen seien oftmals ein Mittel, um der Realität zu entfliehen. Auch eine Form der Sucht, die noch nicht als Krankheit anerkannt ist, bereitet Inge Heymann Sorgen: die Internetsucht. Einer Studie zufolge gebe es bereits 250.000 Abhängige, etwa 1,5 Millionen Menschen legten ein problematisches Nutzungsverhalten an den Tag. (Quelle ist die Dürener Zeitung)

Übrigens: Die tolle Band Lagerfeuer- Trio spielt Sonntag auf dem Stadtfest um 18.30 Uhr am Markt nochmals!

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Sprecher OV Düren

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