Buchvorstellung „Mein Manheim – Ein Erinnerungsalbum“

Einige ehemalige Manheimer waren nach Düren gekommen, um sich die Bilder anzuschauen und sich an alte Zeiten zu erinnern, die der Fotograf Hubert Perschke einzufangen versuchte, was zurückgelassen werden musste aus dem ehemaligen Manheim.

„ Die Kapelle ist schon einmal umgezogen und jetzt zieht sie ein weiteres Mal um“ so ein Besucher der Buchvorstellung. „In Manheim neu wird es keine Kirche geben, die Fenster kommen wohl in ein neues Gemeindezentrum“ so eine andere Besucherin. „Manheim wird nicht abgerissen, sondern zurückgebaut wie es bei RWE Power so schön heißt und Landwirtschaft und Gewerbe wird es wohl auch nicht mehr geben, viele werden mit ihren Tieren gemeinsam ganz wegziehen, da sie in Manheim-neu nicht mitgenommen werden können.“

In absehbarer Zeit wird der Ort Manheim wegen des Braunkohleabbaus verschwunden sein. Eine 1.200jährige Geschichte geht zu Ende. An anderer Stelle entsteht Manheim-neu mit neuen und modernen Häusern und einer zeitgemäßen Bebauung. Aber der neue Ort erinnert nur in Details an die alte Heimat. Zurückgelassen werden über Generationen gewachsene Strukturen, Gewohnheiten, Dorfbilder, nachbarschaftliche und dörfliche Beziehungen und Erinnerungen.

Es gilt die Gedanken an das Dorf und seine Bewohner im Herzen und im Kopf wach zu halten: „Das war unser Dorf.“ „So sah es aus.“ „So haben wir gewohnt.“ „Die Kirche, die Bäckerei, unser Markt, meine Straße, meine Nachbarn“ und vieles mehr“ so der Autor und Herausgeber Hubert Perschke. Die Bilder zeigten auch, wie sich das Dorf über die Jahre verändert hat. Nur noch wenige Höfe sind bewirtschaftet.

Zur Einstimmung auf das Thema wählte Perschke  Bilder aus der Hambacher Waldbesetzung aus. Auch Antje Grothus , Sprecherin vom Verein  Bürger für Buir stand Perschke unterstützend zur Seite um die Waldbesetzung aus deren Sicht darzustellen.

Im Anschluss wurde noch mit unserer Abgeordneten  Gudrun Zentis diskutiert bzw. Fragen rund um den Tagebau beantwortet. Dass die Tagebauseen mit Wasser aus dem Rhein bzw. Wasser aus der Rur befüllt werden, war zum Beispiel für einige Teilnehmer neu. Auch die Frage der Standsicherheit wurde aufgeworfen.

Ursprünglich wollte Hubert Perschke den Bildband in einer Onlineversion erstellen. In Manheim leben aber viele ältere Menschen, die nicht über einen Internetzugang verfügen. So entschloss er sich im Interesse aller Manheimer einen gedruckten Bildband herauszugeben. Die Finanzierung war für ihn nicht ganz einfach, da er als Privatperson nicht auf Stiftungsgelder bauen konnte. Dennoch ist er dieses Wagnis eingegangen und hat den Bildband aus eigenen Mitteln vorfinanziert. Natürlich möchte er mit dem Verkauf des Bildbandes seine Unkosten decken. Aber er möchte auch, dass möglichst viele Manheimer und Interessierte sich den Bildband leisten können und es nicht am Verkaufspreis scheitert. So hat er auf den Vertrieb über den Buchhandel verzichtet und kann den Bildband für 19,90 € anbieten. Zu beziehen ist er bei

Hubert Perschke, Zum Schlicksacker 20A, 50170 Kerpen-Buir oder unter hperschke@t-online.de

 

Kreisgeschäftsführerin

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