Rückbau des AVR Jülich verzögert sich erneut

Neue Kosten für den Steuerzahler! Der Abbau des Atomversuchsreaktor (AVR) Jülich wird wieder einmal teurer. Die Bundesregierung muss nun eingestehen, dass der 2.000 Tonnen schwere und 26 Meter hohe AVR-Reaktorbehälter erst 2014 herausgehoben und in ein eigens dafür gebautes Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich transportiert wird. Noch 2010 erklärte die Bundesregierung das dies bereits 2011 der Fall sein wird. 2011 hieß es dann 2012. Nun 2014. Mit dieser erneuten Verzögerung des Atomschrottreaktors wird vor allem eines belastet – das Portemonnaie der Steuerzahler, mit knapp 1,3 Mio. Euro zusätzlich pro Monat.

Die Antwort der Bundesregierung zeigt, dass es eine erneute Verzögerung beim Rückbau des AVR Jülich gibt. Damit scheitern seit bald 25 Jahren alle Versuche, diesen Schrottreaktor zurückzubauen. Das droht jetzt offensichtlich auch dem bisher hochgelobten Konzept der EWN – die für den Rückbau zuständig ist. Denn wer glaubt nach den Ankündigungen der letzten Jahre noch, dass ein Rückbau kosteneffizient und zügig funktioniert? Schlimm ist das nicht nur wegen des radioaktiven verseuchten Erdreichs unter dem Reaktor sondern auch wegen der Kosten: Zu den bisher aufgelaufenen Kosten von weit über 600 Mio. Euro für die Rückbauversuche und die Atommülllagerung kommen jeden Monat allein 1,3 Mio. Euro zusätzlich, in denen sich der Rückbau verzögert. Dabei weiß heute niemand, was an Sanierungskosten für das verseuchte Erdreich auf uns zukommt.

Man kann sicher sein: Wenn es überhaupt jemals eine Endabrechnung über die Rückbau- und Entsorgungskosten für das gescheitete Jülicher Atomabenteuer AVR geben wird, wird diese weit über 1 Mrd. Euro liegen. Es wird Zeit, dass sich Bundes- und Landesregierung endlich intensiv und kritisch mit dem Rückbaukonzept für den AVR auseinandersetzen, ob es überhaupt umsetzbar ist. Daran kann man inzwischen berechtige Zweifel haben.

Alle Texte von unserem MdB Oliver Krischer auf seiner Homepage.

Sprecher OV Düren

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