Die Grünen sorgen sich um die Zukunft des ÖPNV.

Der Kursverfall der RWE-Aktien hat durch die schrumpfenden Ausschüttungen Auswirkungen im Kreis Düren. Darüber gab es diesen guten Pressetext. Schon länger sehen wir Grünen ein Problem im Kursverfall der RWE Aktie. Mit diesen Werten hat der Kreis Düren die Beteiligungsgesellschaft BTG finanziell gestützt. Auch haben wir immer wieder kritisiert, dass sich im ÖPNV des Kreises Düren nichts tut. Nun wird der Kreis Düen vom Kursverfall „überrollt“ und es muss sich etwas bewegen. Wir befürchten, da kommt nichts Gutes auf uns zu. Ein Bereicht von Stephan Johnen in der DZ am 14.08. zeigt einige Dinge auf.

Die RWE-Ausschüttungen werden zur „Aufgabenerfüllung der Tochtergesellschaften“ des Kreises Düren verwendet, beispielsweise für den ÖPNV. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise und dem deutschen Atomausstieg haben es die Aktionäre der deutschen Energieversorger nicht leicht gehabt. Von einstigen Höhen jenseits der 100-Euro-Marke ist beispielsweise die RWE-Aktie, die derzeit mit rund 22 Euro notiert, weit entfernt. Zum Jahresabschluss 2011 waren die von den Gesellschaften des Kreises Düren gehaltenen Aktien rund 43 Millionen Euro wert. Aktuell hat das Paket noch einen Wert von rund 26,4 Millionen Euro. „Der Kreis hat die Reißleine zu spät gezogen“, hat jüngst die Grünen-Kreistagsfraktion kritisiert. In der Vergangenheit hatten die Grünen den Verkauf der Aktien gefordert, beispielsweise um die Gründung der „Kreiswerke Düren“ zu finanzieren. Doch welche unmittelbaren Auswirkungen hat der sinkende Aktienkurs auf den Kreishaushalt?
Die Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren, eine 100-prozentige Tochter des Kreises, hält 1 202 868 RWE-Aktien, die mit 35,805 Euro bilanziert sind. Die zu 90 Prozent dem Kreis gehörende Vermögensverwaltungsgesellschaft hält 3800 Aktien, die mit einem Stückpreis von 38,24 Euro in der Bilanz stehen. „Der Kursverfall hat keine Auswirkungen auf den Kreishaushalt, da die Aktien nicht unmittelbar im Kreisvermögen gehalten werden“, sagt Kämmerer Dirk Hürtgen auf Anfrage unserer Zeitung. Im Rahmen der Arbeiten zum Jahresabschluss 2012 werde allerdings geprüft, ob eine bilanzielle Korrektur des Wertansatzes der beiden Gesellschaften notwendig ist. Will heißen: Solange die Aktien nicht verkauft werden, sind die Gesellschaften nur auf dem Papier deutlich weniger wert. Ganz konkrete Auswirkungen hat allerdings die seit Jahren schrumpfende Dividende. Die Gewinnausschüttung des Energiekonzerns an seine Aktionäre ist kontinuierlich gesunken. Schüttete der Konzern in den Jahren 2009 und 2010 noch 3,50 Euro pro Aktie aus, sank die Dividende 2011 und 2012 auf zwei Euro. Angesichts der fallenden Strom-Großhandelspreise und den damit sinkenden Gewinnen rechnen Experten mit einer weiteren Reduzierung. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS prognostizierten jüngst 1,20 Euro. Den Kurs der Aktie sehen sie bei 19 Euro, die Bank rät zum Verkauf des Wertpapiers. Die RWE-Dividende wird im Kreis Düren allerdings zur „Aufgabenerfüllung der Tochtergesellschaften verwendet“, erklärt der Kreiskämmerer. Dort werden die Ausschüttungen zum Teil zur Defizitübernahme verwendet. 2,5 Millionen Euro aus der RWE-Gewinnausschüttung flossen zuletzt an die Dürener Kreisbahn, 1,5 Millionen ins Kreuzauer Freizeitbad „Monte Mare“.
In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 3,6 Millionen Euro weniger aus der RWE-Zentrale überwiesen. „Wir haben noch Kapitalrücklagen, von denen wir zehren“, sagt Hürtgen. Aktuell würden Überlegungen angestellt, wie die Reduzierung der Dividenden-Erträge kompensiert werden könne, damit eine „dauerhafte Aufgabenerfüllung insbesondere im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs sichergestellt werden kann“. Einsparungen seien nötig. Dazu gehöre eine Überprüfung der Standards ebenso wie die Suche nach Einsparpotenzialen beim operativen Busbetrieb. „Das ist ein laufender Prozess“, will Hürtgen aber keine konkreten Aussagen machen. „In anderen Kreisen wird eine ÖPNV-Umlage erhoben“, führte er aus. Dies sei im Kreis Düren aufgrund der RWE-Dividende nicht notwendig gewesen, solche Überlegungen stünden aber auch nicht auf der Tagesordnung. Klar sei aber auch, dass „1,8 Millionen Euro nicht rein im Betrieb der Kreisbahn eingespart werden können“.
Ein Verkauf des Freizeitbades sei keine Lösung. Hürtgen verweist darauf, dass das operative Defizit des Bades von knapp einer Million auf etwa 480 000 Euro gedrückt worden sei. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, wir könnten mit einem Schlag 1,5 Millionen Euro einsparen“, sagt er. Zu 600 000 Euro Abschreibungen auf das Gebäude kämen jährlich 400 000 Euro für die Zinszahlungen. Mit einer weiteren drastischen Reduzierung der RWE-Dividende rechnet Hürtgen indes nicht. „In die jüngsten Zahlen wurde alles eingerechnet, was es an Belastungen gab“, meint er. „Das Tal sollte damit durchschritten sein.“ Für die Zukunft hofft der Kreiskämmerer auf steigende Ausschüttungen. Ein Verkauf der Aktien zum derzeitigen Zeitpunkt sei „nicht zielführend“. Es könne nur besser werden.

„In anderen Kreisen wird eine ÖPNV-Umlage erhoben.“ (Kreiskämmerer Dirk Hürtgen)

 

Update am 17.08., Meldung aus Radio Rur: „Bislang konnte der Busverkehr bei uns mit Gewinnen aus den RWE-Aktien aus dem Besitz des Kreises unterstützt werden. Die Summe sinkt aber immer weiter. Das operative Geschäft der DKB übernimmt rückwirkend zum 01.August die RATH GmbH. Sie ist bereits Mehrheitsgesellschafterin bei der Rurtalbahn. Gemeinsam sollen DKB und Rurtalbahn jetzt Synergien nutzen. Außerdem wird der Rurtalbus eingestellt. Aufgaben und Personal übernimmt die DKB.“

Am 17.08. berichteten die Düener zeitungen so: Beteiligungsgesellschaft neu strukturiert

Geringere Ausschüttungen aus RWE-Aktien sorgen für Sparmaßnahmen

Kreis Düren. Die Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH hat sich neu aufgestellt. „Die Energiewende in Deutschland hinterlässt auch bei der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren Spuren“, begründete die Kreisverwaltung am Freitagnachmittag diesen Schritt. Da sich die 100-prozentige Tochtergesellschaft des Kreises im Wesentlichen aus der Dividende von rund 1,2 Millionen RWE-Aktien finanziere, treffe auch sie die verringerte Ausschüttung, die das Dax-Unternehmen mit seinen sinkenden Erlösen aus dem Stromverkauf begründet habe (wir berichteten). Die Aufsichtsräte der Beteiligungsgesellschaft sowie der Dürener Kreisbahn haben die operative Betriebsführung der Dürener Kreisbahn zum 1. August an die „R.A.T.H. GmbH“ übertragen. Diese Gesellschaft ist Mehrheitsgesellschafterin der Rurtalbahn. „Dadurch sollen vorhandene Synergiepotenziale bei den im Kreis Düren tätigen Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs gehoben werden“, argumentiert die Kreisverwaltung. Hans-Peter Nießen, bisheriger Geschäftsführer der Rurtalbahn, wurde am 1. August neben Bernd Böhnke zum weiteren Geschäftsführer der DKB bestellt. Als „weitere Sparmaßnahme“ bezeichnet der Kreis, dass der Aufsichtsrat der „Rurtalbus GmbH“ die Einstellung des Betriebes beschlossen hat. Die Aufgaben und das Personal der Gesellschaft übernimmt die Dürener Kreisbahn. Die Beteiligungsgesellschaft hat ihren Sitz von der Kölner Landstraße ins Kreishaus Düren, Bismarckstraße 16, verlagert. Dort ist sie telefonisch unter ☏ 02421/22-16021 zu erreichen. Die Gesellschaft ist nach Kreisangaben nicht operativ tätig, sondern nimmt für Tochtergesellschaften „Querschnittsfunktionen“ wie Buchhaltung und Gebäudewirtschaft wahr. Geschäftsführer bleiben Guido Emunds und Kreiskämmerer Dirk Hürtgen.

Kommentar: Die Einstellung der Rurtalbus hat nichts mit „Einparungen“ zu tun. Der Hintergrund ist einfach, das sich das Modell, in einer extra Gesellschaft billigeres Fahrpersonal für DKB Busse anzusiedeln, überholt hat. Die FahrerInnen dort konnten erreichen, dass sie nach einem Tarifvertrag bezahlt werden, der die finanziellen Unterschiede bei der Anstellung von Personal bei der Rurtalbus gegenüber der Anstellung direkt bei der DKB aufgelöst hat.

Sprecher OV Düren

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